§ 37 SGB V - Häusliche Krankenpflege

 

Versicherte erhalten in ihrem Haushalt oder ihrer Familie neben der ärztlichen Therapie häusliche Krankenpflege durch geeignete Pflegekräfte, wenn Krankenhauspflege geboten, aber nicht ausführbar ist, oder wenn sie durch die häusliche Krankenpflege vermieden oder verkürzt werden kann. Die häusliche Krankenpflege umfasst die im Einzelfall erforderliche Grund- und Behandlungspflege sowie hauswirtschaftliche Versorgung. Der Anspruch besteht nur 28 Tage je Krankheitsfall, kann jedoch in begründeten Ausnahmefällen und nach Prüfung durch den Medizinischen Dienst für einen längeren Zeitraum bewilligt werden.

Im weiteren erhalten Versicherte häusliche Krankenpflege in ihrem Haushalt, wenn sie zur Sicherstellung des Ziels der ärztlichen Behandlung erforderlich ist. In allen Fällen ist eine ärztliche Verordnung für Häusliche Krankenpflege erforderlich. Sie erfolgt in der Regel als Erstverordnung für 14 Tage, in Einzelleistungen bis zu drei Wochen. Ist eine weitere Therapie oder Versorgung erforderlich, ist drei Tage vor Ablauf der Erstverordnung eine Folgeverordnung beim Kostenträger vorzulegen.

Der Anspruch auf häusliche Krankenpflege besteht nur, soweit eine im Haushalt lebende Person den Kranken in dem erforderlichen Umfang nicht pflegen und versorgen kann. Einzelne Leistungen nach den Absätzen 2 und 3 sind nach Eintritt von Pflegebedürftigkeit im Sinne des Pflegeversicherungs- gesetzes SGB XI nicht zulässig.

 

§ 37 Abs 5 SGB V - Zuzahlung ab 01.01.2004

 

Arzneimittel, Verbandmittel, Hilfsmittel:

Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, Verbandmittel und bei Hilfsmitteln (z.B. Einlagen) müssen Patienten künftig zehn Prozent der Kosten selbst tragen. Die Zuzahlung beträgt mindestens fünf, höchstens jedoch zehn Euro.
Beispiel: Bei einem Medikament für 80 Euro zahlt ein Patient acht Euro zu. Bei einer Salbe für sieben Euro werden dagegen nicht 70 Cent, sondern fünf Euro fällig. Ein sehr teures Medikament für 150 Euro kostet den Patienten dagegen statt 15 nur zehn Euro.
Bei Hilfsmitteln, die zum Verbrauch bestimmt sind (z.B. Windeln bei Inkontinenz), ist die Zuzahlung auf zehn Euro im Monat beschränkt.

Häusliche Krankenpflege:

Hier müssen Patienten zehn Prozent der Kosten selbst tragen. Hinzu kommen zehn Euro pro Verordnung häusliche Krankenpflege.
Das heißt: Wer vom Arzt eine Verordnung bekommt, der zahlt zehn Prozent der gesamten Behandlungskosten plus einmalig zehn Euro/Verordnung.

Dies gilt für die häusliche Krankenpflege - zum Beispiel, wenn ein Patient nach einer Operation zu Hause von einem Pflegedienst versorgt wird, damit er das Krankenhaus schneller verlassen kann. Bei der häuslichen Krankenpflege bleibt die Zuzahlung aber auf die ersten 28 Tage der Inanspruchnahme begrenzt.

Die Zuzahlung bei der häuslichen Krankenpflege erfolgt, gemäß § 37 Abs 5 SGB V, nicht an den Leistungserbringer, sondern vom Versicherten an seine Krankenkasse.

Richtlinie SGB V Häusliche Krankenpflege in Kraft getreten am 10. Februar 2010 - PDF-Datei

 

 
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