Pflegeleitbild

In Qualitätszirkeln in Form eines Case-Incedent-Projektes (zu deutsch Informationsfall) gingen wir das o.g. genannte Thema an. Diese Projektform bedarf eines weitgehend autonomen Engagement der Teilnehmer und stellte für uns eine große Herausforderung dar. Geleitet wurde das Projekt von Frau Hilde Zimmermann, Frau Ingrid Pitzer die als Pflegedienstleitung und gleichzeitig als Gesellschafterin der Pflegeeinrichtung fungiert und Frau Heike Scherer, Krankenschwester und Mentorin.

Die nun folgenden Aufzeichnungen sind in stark verkürzter Form niedergeschrieben.

Zu Beginn sammelten wir in unterschiedlichen Gruppen zum Teil in Einzelarbeit sämtliche uns zur Verfügung stehenden Informationen. Im nächsten Schritt definierten wir unser Unternehmen betreffende Begriffe. Hierzu bedienten wir uns eines zeitgenössischen Managementinstrumentes. Die Corporate identity (CI) im weitesten Sinne übersetzt als "Wir-sind-eine-Gemeinschaft". Sie soll jedem Mitarbeiter das Gefühl vermitteln, ein wichtiger und nicht einfach austauschbarer Bestandteil unseres Unternehmens zu sein.

Wir verstehen uns als Dienstleitungsunternehmen.

Damit meinen wir, daß wir dem Kunden dienen und die an uns gerichteten Rollenerwartungen und seine Bedürfnisse erkennen und adäquat umsetzen. Wir bieten als Leistung unsere professionelle Arbeit an. Unser Unternehmen ist geplant und koordiniert, so daß Leistungen entsprechend der Kundenbedürfnisse angeboten werden können.

Nun wandten wir uns dem "Pflegerischen Handeln" zu. Ganz offensichtlich handelt es sich hier eher um eine praktische als eine theoretische Tätigkeit. So stehen beispielsweise schon in der Krankenpflegeausbildung 3000 praktische,- 1600 theoretischen Ausbildungsstunden gegenüber (KrPflAPrV vom 16. Oktober 1985).

Pflegebedürftige, kranke, behinderte und hilfsbedürftige Menschen suchen Hilfe. Sie erwarten vom Pflegekundigen adäquates hintergründiges Handeln in bezug auf die, sein individuelles Lebensspektrum ausmachenden alltäglichen Bedürfnisse und Gegebenheiten. Wenn die Umsetzung, sowie das Resultat dieses ganzheitlichen Handelns vom Patienten als positiv empfunden wird, so erfüllt der Pflegekundige seine soziale Rolle. Er wird dann als Experte bzw. Professioneller anerkannt. Um die an ihn gerichteten Erwartungen weiterhin zu erfüllen wird der Experte bei nachfolgenden Situationen immer wieder auf das erprobte Rezept zurückgreifen und somit empirisch handeln.

Empirisches Handeln allein führt jedoch erfahrungsgemäß zu einem "trail-and-error-Effekt". Um immer erfolgreicher und sachkundiger agieren zu können muß die wissenschaftliche Forschung einbezogen werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse und nicht etwa traditionelles Handeln bilden die Grundlage für die professionelle Praxisführung, die den Patienten in seinem individuellen Lebensspektrum unterstützt.

Zunächst wurde durch diese Einsicht das Pflegeverständnis innerhalb der ambulanten Pflege erarbeitet und festgelegt. In kleineren Schritten definierten und diskutierten wir gemeinsam u.a. Schlagworte wie Menschenbild, Gesundheit, Krankheit, sowie Handlungen in der Pflege, "wo liegen die Schwerpunkte pflegerischen Handelns ?", Qualität der Pflege, Richtlinien, die ich für mein Handeln setze und nachvollziehbare und überprüfbare Maßstäbe.

Durch die gemeinschaftliche Diskussion folgerten wir, dass im Zuge der ansteigenden Anforderungen an die pflegerische Behandlung und Pflegequalität es zudem zwingend notwendig ist, dass jede Pflegeperson ihren Wissenstand überprüft und Wissensdefizite in den unterschiedlichsten Bereichen dezimiert.

Das anfangs von den Mitarbeitern als skeptisch aufgefasste Projekt begannen ein fester Bestandteil unserer täglichen Arbeit zu werden. Die Gewichtung der innerbetrieblichen Fortbildungen wurde somit deutlich in den Vordergrund gerückt. Wir wandten uns den gesetzlichen Bestimmungen zu. Die Gesetzgebung schreibt zum Beispiel die Qualitätssicherung der Leistungserbringung (§§ 2, 12 und 70 SGB V) vor. Der § 80 SGB XI sieht zur Sicherstellung einer qualifizierten ambulanten Versorgung im Rahmen der Pflegeversicherung differenzierte Maßstäbe und Grundsätze für die Qualität, Qualitätssicherung und -prüfung vor. Bereits in unserm Unternehmen bestehende Instrumente dieser gesetzlichen Vorgaben, wie unser Konzept, die Pflegeplanung, -dokumentation und Pflegestandards (nach den ATL aufgebaut) wurden einbezogen und untersucht.

Das Streben der Mitarbeiter zur Einführung eines gemeinschaftlichen Pflegegedankens kristallisierte sich heraus und zeichnete sich deutlich ab. Um nun eine ganzheitliche Einstellung zu entwickeln und dabei das Rad nicht neu zu erfinden, brauchten wir durchaus kein Neuland zu betreten, sondern konnten auf bereits bestehende Modelle der Pflegekunde zurückgreifen. Dies kam uns bei den engbemessenen zeitlichen Ressourcen entgegen.

Die Gruppe wurde gesplittet und autonom wurden diverse Pflegemodelle der heutigen Zeit durchleuchtet. Alle Aspekte wurden zusammengetragen, miteinander verglichen, gegeneinander ausgewogen, in der Gemeinschaft diskutiert und zuletzt auf ein Pflegemodell festgelegt. Die endgültige Entscheidung fiel auf das Krankenpflegemodell von Nancy Roper, Winifred W. Logan und Alison J. Tierney, welches auf einem Lebensmodell basiert. Am Anfang steht ein handlungsorientiertes Menschenbild:

Der Mensch ist ein offenes System in dauernder Verbindung mit seiner Umwelt. Er passt sich an, strebt nach Unabhängigkeit, wächst, entwickelt sich. Die Autorinnen sehen zum einen den Menschen als aktives Wesen und zum anderen einen wichtigen Aspekt in den Pflegenden. Sie sollen den Patienten zu einem gesundheitsfördernden Verhalten anzuregen und mit ihm über Möglichkeiten seiner Gesundheitserhaltung diskutieren, damit er selbst zu ihr beitragen kann. Großgeschrieben wird der Informationsaustausch zwischen potentieller Gesundheitsgefährdung und prophylaktischer Pflege. Durch die beschriebenen Lebensaktivitäten (LA) wird aufgezeigt, daß Pflege dort notwendig wird, wo eine oder mehrere dieser LA Einschränkungen im alltäglichen Handeln erfahren.

Durch das Einfügen des Pflegeprozesses in das Modell 1995, ist die individuelle Pflege zielgerichtet, geplant und nachvollziehbar. Gesundheit ist die größtmögliche Unabhängigkeit, die es ermöglicht Handlungen durchzuführen. Die Lebensaktivitäten werden in 12 Bereiche und zwei Gruppen eingeteilt:

Biologische Notwendigkeiten Lebensaktivitäten, die kulturellen und sozialen Einflüssen unterliegen

1. Atmen
2. Essen und Trinken erhalten
3. Ausscheiden
4. Kontrolle der Körpertemperatur
5. Schlafen Anziehen
6. Bewegen
7. Sterben
8. Sich eine sichere Umgebung schaffen und
9. Kommunizieren
10. Persönliches und individuelles Waschen und
11. Arbeiten und Spielen
12. Sexualität ausdrücken und ausüben

Verhaltensmuster:
Roper et al. haben drei Verhaltensmuster erarbeitet nach denen Menschen die Lebensaktivitäten ausrichten:.

1. vorbeugendes Verhalten
2. sicherndes bzw. das Leben erleichterndes Verhalten
3. ein Ziel anstrebendes Verhalten

Die Pflege ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Hilfe um Gesundheitsprobleme zu überwinden oder sich daran anzupassen und mit ihnen fertig zu werden. Sowie die Unterstützung zur größtmöglichen Unabhängigkeit durch die Aktivierung innerer und äußerer Ressourcen. Stütze bei der Anpassung an unerlässliche Abhängigkeit und Begleitung bis zum Tod. Nach Nancy Roper et al können folgende Ursachen das Eingreifen der Pflegeperson erforderlich machen:

1. durch den biologischen Lebenslauf (z.B. Alter) 2. körperliche oder geistige Behinderung 3. gestörte oder ausgefallene biologische Funktionen 4. krankhafte oder degenerative Veränderungen 5. Unfälle 6. Infektionen 7. Probleme, die sich aus dem physischen, psychischen oder sozialen Umfeld ergeben. Die Rolle der Pflegeperson:

Nancy Roper et al beschreiben die Rolle der Pflegeperson als eine sorgende und unterstützende, in der sie frei und unabhängig entscheidet. Sie sehen die Pflegeperson aber auch dem Arzt gegenüber assistierend und weisungsgebunden. Wir haben dieses Pflegemodell für unser ambulantes Pflegeunternehmen, die Versorgung und Betreuung unserer Kunden aufgrund folgender vorrangiger Überlegungen gewählt:

  • da unsere Ansicht über das Menschenbild mit der der Autorinnen konform geht,

  • wir ebenfalls erfahrungsgemäß zu dem Schluss gekommen sind, dass Pflege für uns dort ansetzt, wo die ATL Einschränkungen im alltäglichen Handeln erfahren,

  • bereits erwähnt, unserer Pflegeplanung, -prozess, und -dokumentation, sowie Pflegestandards sind nach den LA aufgebaut,

  • sich die LA-Einteilung auf unsere tägliche Arbeit mit und am Kunden positiv aus- wirkt, sie uns als grobe Richtlinie zur ganzheitlichen Erfassung aller den einzelnen Kunden betreffenden aktiven und passiven Handlungen dient

  • die drei Verhaltensmuster besonders im ambulanten Pflegebereich eine große Rolle spielen, so dass hier bei unseren Kunden ein stetig vorbeugendes Verhalten in Bezug auf Gesundheit und Lebensumfeld im tatsächlichen Alltag gefördert werden kann,

  • wir uns mit der Rolle der Pflegeperson identifizieren, wobei speziell in der ambulanten Pflege folgender Aspekt nicht vergessen werden sollte < Das Pflegepersonal einer ambulanten Hauskrankenpflegeeinrichtung muss, größtenteils selbständig handeln, der Arzt übernimmt hier in den meisten Fällen nur die "Anordnungsfunktion" für gesundheitsfördernde Maßnahmen >

  • dieses Pflegemodell für alle in unserem Pflegedienst tätigen Pflegepersonen, auch die z.T. mit unterschiedlichem Schulungsstand auf dem Gebiet von Pflegemodellen klar, logisch und gut verständlich aufgebaut ist

  • und mit vorhandenen Grundkenntnissen leicht für neue Mitarbeiter nachvollziehbar und umsetzbar ist.

" Ambulant vor Stationär "

Sie benötigen Hilfe

Das können wir bieten

Wer trägt die Kosten

Sie sind auf Grund von Alter, Krank heit oder Behinderung auf fremde Hilfe angewiesen: z.B. bei der Körperpflege, Bewegung, Ernährung oder hauswirtschaft- lichen Tätigkeiten.

Wir übernehmen die täglich anfallenden Aufgaben ganz oder teilweise, wenn Sie dazu nicht mehr in der Lage sind. Dabei beziehen wir Ihre vorhandenen Fähigkeiten mit ein und fördern damit ihre Selbstständigkeit

Wenn der medizinische Dienst der Krankenkasse Pflegebedürftigkeit fest- gestellt hat, kommt die Pflegekasse im Rahmen ihrer Leistungspflicht für die Kosten entsprechend der Höchstsätze auf.

 

Pflegegrad 2

  689,00 €

Pflegegrad 3

1298,00 €

Pflegegrad 4

1612,00 €

Pflegegrad 5

1995,00 €

Sie sind in ihrer Gesundheit eingeschränkt und müssen behandelt werden. Ihr Arzt kann bestimmte Aufgaben zu Sicher- stellung seiner ärztlichen Therapie an qualifizierte Pflege- kräfte übertragen.

Wir führen ärztliche Verord- nungen durch wie z.B. Verbände anlegen, Injek- tionen, Legen und Wechseln von Kathetern und Sonden, Arzneimittelüberwachung, Nachsorge nach ambulanten Operationen usw.

Bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung und Kostenüber- nahme durch die Krankenkasse werden die erbrachten Leistungen mit der Krankenkasse direkt ab- gerechnet.

Richtlinie Häusliche Krankenpflege

Sie sind Empfänger von Pflegegeld. Ihre Pflegekasse möchte regelmäßig einen Nach- weis, dass Sie einen an- erkannten Pflegedienst zur Beratung hinzugezogen haben.

Pflegegrad 2 und 3
einen Einsatz pro Halbjahr
Pflegegrad 4 und 5
einen Einsatz pro Vierteljahr

Wir führen die vom SGB XI -Pflegeversicherungsgesetz- geforderten Besuche durch und beraten Sie umfassend.

Die Gebühren sind mit den Pflegekassen fest vereinbart und werden von den Pflegekassen getragen.

Sie haben die Befürchtung, dass Sie in eine hilflose Lage kommen und keine Hilfe herbei holen können.

Wir bieten Ihnen einen Pflegenotruf an, mit dem sichergestellt ist, dass Hilfe kommt, wenn Sie die Hilfe brauchen.

- siehe Pflegenotruf -

Wenn die Notwendigkeit für einen Pflegenotruf von den Pflege- kassen anerkannt ist, trägt diese auch die Kosten. Andernfalls müssen Sie selbst die Kosten tragen.

Sie möchten mehr wissen zum Thema Häusliche Pflege und Betreuung und den damit verbundenen Kosten ?

Wir beraten Sie umfassend und unverbindlich, ob bei Ihnen zu Hause oder in der Klinik.

Fragen kostet nichts - rufen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Beratungstermin.
06744 / 94 00 6 AHZ
06744 / 94 00 9 BeKo

 

 
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